Assistenz für Versorgung und
Prävention (VP-A)

Der Ausbildungslehrgang vermittelt medizinische, organisatorische und kommunikative Aspekte, die für die Optimierung der Abläufe einer Arztpraxis von wesentlicher Bedeutung sind.

Durch gesundheitspolitische und honorarpolitische Reformen, steigen die Anforderungen an die Mitarbeiter im gesamten Gesundheitswesen seit Jahren. Darum bieten wir Ihnen mit dem Ausbildungslehrgang der Assistenz für Versorgung und Prävention die Möglichkeit, sich persönlich weiterzubilden und so wichtige Voraussetzungen zur Leistungsdelegation an nichtärztliche Mitarbeiter zu erfüllen.

Die neuen Vergütungsmöglichkeiten (NäPa) und die Ausbildungen zur VERAH, EVA usw. schaffen sehr gute Grundlagen, die Delegationsmöglichkeiten im Hausbesuchsbereich zu optimieren. Sie stellen daher die Basis für die weitere Ausbildung zur VP-A dar.

Im Verlauf der Ausbildung werden Sie in die Lage versetzt, die Behandlung von chronisch kranken Patienten effektiv zu unterstützen und so die Adhärenz deutlich zu steigern. Sie lernen den Nutzen von Behandlungsmaßnahmen wirkungsvoll darzustellen und Patienten von den Vorteilen des individuellen Behandlungsplanes zu überzeugen. Sie lernen, Behandlungspläne in Zusammenarbeit mit den chronisch kranken Patienten aufzustellen und dann auch verbindliche Zeitrahmen zu vereinbaren. Hierzu gehören auch die Überwachung der Behandlungspläne und die Einhaltung der vereinbarten Ziele.

Weiter wird Ihnen während des Ausbildungslehrgangs das Wissen zum Thema Prävention vermittelt, wodurch Sie in die Lage versetzt werden, Vorteile und Nutzen der Präventions-angebote gegenüber Patienten überzeugend darzustellen und Präventionspläne und Maß-nahmen zu vereinbaren. Die Präventionsmöglichkeiten Ihrer Praxis werden mit Hilfe des Präventionslaufzettels den Patienten kommuniziert.

Zur Unterstützung aller Maßnahmen dient Ihnen das Recall-System, was in jeder Arztpraxis und jeder Einrichtung auch nachträglich leicht zu implementieren ist. Durch die Verknüpfung von Theorie und Praxis in den speziellen Bereichen der Versorgung und Prävention erwerben Sie eine zukunftsorientierte Zusatzqualifikation. und unterstützen wirkungsvoll die Arbeit Ihrer Ärzte.

Vor dem Hintergrund von vier elementaren Aspekten im Alltag einer Arztpraxis, wurde der Ausbildungslehrgang der Assistenz für Versorgung und Prävention entwickelt und aufgebaut:

1. Angesichts der demographischen Entwicklung der Bevölkerung und des zu erwartenden Ärztemangels, speziell im hausärztlichen Bereich, wird die Arbeitsbelastung der Ärzte immer höher. Die Fallzahlen steigen, wodurch Ärzte in der Behandlung ihrer Patienten zeitlich noch stärker eingebunden sind, als dies bereits jetzt der Fall ist. Hinzu kommt, dass sich die ärztliche Einnahmesituation in den nächsten Jahren durch das GKV-System, auch nicht nach Inkrafttreten des Versorgungsstrukturgesetztes, nicht entscheidend verändern oder sogar verbessern wird.

2. Nach aktuellen Umfragen des Instituts für Arbeit und Technik, Gelsenkirchen sind viele Patienten dazu bereit, für sinnvolle Präventionsprogramme Geld auszugeben (Forschung aktuell, 07 / 2011). Diese Bereitschaft liegt zwischen 20 Euro und 50 Euro im Monat. Entscheiden sich beispielsweise 100 Patienten einer Arztpraxis für eine Präventionsleistung in Höhe von umgerechnet 30 Euro im Monat, so wären das immerhin 36.000 Euro Praxisumsatz im Jahr - nur aus dem Geschäftsfeld Prävention. Diese Vorsorgemaßnahmen werden zwar von Arztseite naturgemäß immer mehr akzeptiert, dennoch i.d.R. an die Mitarbeiter delegiert. Verkäuferisches Geschick wird in der Ausbildung der MFA jedoch nicht vermittelt.

3. Die Behandlung von chronisch kranken Patienten ist lukrativer, als die von akut kranken Patienten, siehe DMP und regelmäßig wiederkehrende Kontakte (RLV). In naher Zukunft ist auch kein abweichen von dieser Systematik zu erkennen. Leider suchen nach unseren Daten (HCC-PraxisConsil) nur ca. 50 % der chronisch kranken Patienten (RSA Einteilung!), tatsächlich alle vier Quartale im Jahr ihren Hausarzt auf. Auf eine 1.000 Fälle Praxis, mit 50 % chronisch kranken Patienten bezogen, fehlen also tatsächlich zwischen 40.000 und 50.000 € im Jahr, die durch medizinisch hoch sinnvolle Leistungen zu erzielen wären, indem man sich intensiv um Patienten kümmert, deren Erkrankungen in der Folge später sehr teuer werden können.

4. Mit der Resolution zur Delegation von den ärztlichen Spitzenverbänden vom 23.02.2012 wird die stärkere Einbeziehung gut qualifizierter und erfahrener nicht-ärztlicher Mitarbeiter durch die Delegation ärztlich verantworteter Leistungen als eine sinnvolle Maßnahme zur Aufrechterhaltung einer guten ärztlichen, flächendeckenden und Sektor übergreifenden Versorgung vorgestellt. Ebenso hat die Resolution zum Ziel durch besser qualifiziertes Personal eine Entlastung im Bereich der Verwaltung und Bürokratie zu schaffen, wodurch die dringend notwendige Attraktivität des Berufes Arztes erhöht werden kann.

Die Qualifikation der Assistenz für Versorgung und Prävention ist neben Mitarbeitern niedergelassener Arztpraxen auch für Mitarbeiter von Krankenhäusern, medizinischen Gesundheitseinrichtungen und vergleichbaren Institutionen im Gesundheitswesen interessant.

Der Ausbildungslehrgang ist auch ohne NäPa Ausbildung (z.B. VERAH, EVA etc.) möglich.

Die Einsetzbarkeit der Assistenz für Versorgung und Prävention erstreckt sich auf folgende Spezialfelder:

  • Patientenmanagement
  • Betreuung chronisch kranker Patienten
  • Erstellung von Behandlungsplänen
  • Überwachung der Zielvereinbarungen
  • Patientenschulungen
  • Präventionsberatung
  • Übernahme delegierbarer Leistungen in der Praxis

    Die einzelnen Themen des Ausbildungslehrganges tragen den Ansprüchen des Berufsbildes konsequent Rechnung und berücksichtigt dabei die aktuellen Anforderungen des Praxisalltages:
  • VP - A Einsatz in der Arztpraxis
    • Organisatorische Einbindung in die Praxisabläufe
    • Chronisch kranke Patienten sinnvoll führen
    • Patientenübergabe vom Hausarzt
    • Was kann und darf delegiert werden
    • Kommunikation Hausarzt - VP-A
    • Der Behandlungsplan
    • Patientenführung mittels Recall
    • Präventionspatienten einbestellen und engmaschig führen
    • Sinnvolle Präventionsangebote außerhalb der GKV kommunizieren
    • Präventionscheckliste der Praxis
  • Grundlagen des Kommunikationsmanagements I und II

Die Ausbildung dauert drei Werktage und endet mit den schriftlichen Prüfungen am letzten Tag.

Neben den theoretischen Ausbildungsteilen wird den Teilnehmern das notwendige praxisnahe Wissen in kleinen Gruppen vermittelt. So werden neben den fachlichen Fähigkeiten die persönliche Gesprächsführung sowie das selbständige Erarbeiten von Lösungen gestärkt. Darüber hinaus erlangen die Teilnehmer Umsetzungs- und Sozialkompetenz.

Die Gruppengrößen sind mit maximal 15 Teilnehmern stets überschaubar und ermöglichen ein intensives Lernen.

Unsere Dozenten haben neben der wissenschaftlichen Kompetenz auch immer die notwendigen berufspraktischen und didaktischen Erfahrungen und tragen so zu einer soliden Ausgestaltung des Curriculums unseres Ausbildungslehrgangs der Assistenz für Versorgung und Prävention bei.

Referenten der Kommunikation
Heinz Welling, Kommunikationstrainer (NLP-Trainer) und Ausbildungsleiter, Wermelskirchen
Achim Sauerschnig, Kommunikationstrainer und Coach, Köln

30. - 01.09.2017
Berlin

22. - 24.11.2017
Berlin

Ausbildungsgebühr: 930 Euro (zzgl. gesetzl. MwSt.).
Neben der Ausbildungsgebühr sind ggf. noch Übernachtungskosten als auch Reisekosten zu beachten.

Förderung:
Die Ausbildung ist in vielen Bundesländern über Bildungsschecks förderfähig. Außerdem können die Kosten der Ausbildung als Werbungskosten steuerlich geltend gemacht werden. Zuschüsse von Dritten, z.B. durch die Agentur für Arbeit oder den Arbeitgeber müssen abgezogen werden. Weitere Informationen kann Ihnen ein Steuerberater oder das für Sie zuständige Finanzamt geben.

Telefon: 0221 / 57 92 96 - 0
Fax: 0221 / 57 92 96 - 296
E-Mail info[at]hcc-bettercare.de

Hier finden Sie Feedback zu unseren Veranstaltungen:

Feedback Oberhausen, 19.03. - 23.03.2012 [PDF-Dokument]

Feedback Berlin, 25.06. - 29.06.2012 [PDF-Dokument]

Anmeldeformular für diese Termine:
30.08. bis 01.09.2017 in Berlin
22.11. bis 24.11.2017 in Berlin